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Fotografinnen an der Front – Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus

29. Februar 2020 - 30. August 2020

© picture alliance / AP Images / Anja Niedringhaus
Ein amerikanischer Marineinfanterist der 1st Division trägt ein GI-Joe-Maskottchen als Glücksbringer in seinem Rucksack, während seine Einheit tiefer in den westlichen Teil der Stadt vordringt, Falludscha, Irak, November 2004.

Die Ausstellung “Fotografinnen an der Front – Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus” widmet sich der Bildberichterstattung aus internationalen Kriegen und Konflikten. Gezeigt werden rund 140 zwischen 1936 und 2011 entstandene Bilder der Fotojournalistinnen und Dokumentarfotografinnen Carolyn Cole (*1961), Françoise Demulder (1947–2008), Catherine Leroy (1944–2006), Susan Meiselas (*1948), Lee Miller (1907–1977), Anja Niedringhaus (1965–2014), Christine Spengler (*1945) und Gerda Taro (1910–1937). In ihren Aufnahmen geben die Fotografinnen einen fragmentarischen Einblick in die komplexe Realität des Krieges, vom Spanischen Bürgerkrieg über den 2. Weltkrieg und den Vietnamkrieg, bis zu jüngeren internationalen Kriegsgeschehen im Balkan, in Afghanistan, Irak oder Libyen.

Die Positionen der acht Fotografinnen präsentieren verschiedene Zugänge zum Krieg und seinen Auswirkungen – von einer traditionellen Kriegsberichterstattung über eingebetteten Fotojournalismus bis hin zu innovativen Ansätzen sozialdokumentarischer Fotografie. Die gewählten Perspektiven bewegen sich dabei zwischen sachlicher Distanz und persönlicher Anteilnahme.

Die von Anne-Marie Beckmann und Felicity Korn kuratierte und von Nadine Wietlisbach für das Fotomuseum Winterthur adaptierte Ausstellung konzentriert sich auf weibliche Positionen. Sie verdeutlicht so die lange Tradition von in Krisengebieten tätigen Fotografinnen und bricht mit der weitläufigen Vorstellung, die Kriegsfotografie sei ein durchweg männlich besetztes Berufsfeld. Auch wenn sich die Inszenierungs- und Erzählstrategien der Fotografinnen nicht grundsätzlich von denen ihrer männlichen Kollegen unterscheiden, so mussten sich die Frauen ihre Position an vorderster Front doch immer wieder erkämpfen und sich ausserhalb der für sie vorgesehenen Strukturen bewegen. Dagegen erhielten sie aufgrund ihres Geschlechts in manchen Regionen und Kulturkreisen auch Zugang zu Familien und Betroffenen, der männlichen Kollegen verwehrt blieb. Damit wurde es ihnen möglich, ein differenziertes Bild von den Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung zu zeichnen.

Die von den Fotografinnen gewählten Bild- und Erzählstrategien sind das Ergebnis einer konstanten Suche danach, unvorstellbare Realitäten zu bezeugen, Betrachter_innen zu bewegen, sie für die komplexen geo- wie soziopolitischen Situationen in den Kampfzonen zu sensibilisieren und über deren Sichtbarmachung letztlich sowohl Haltungen wie Handlungen zu erwirken. Sie bleiben in Zeiten andauernden globalen Konfliktes Ausdruck der Überzeugung, dass die Auseinandersetzung mit Bildern von Gewalt dazu beitragen kann, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung herbeizuführen.

Die in der Ausstellung gezeigten Bilder entstanden vorrangig für die schnelllebige Nachrichtenwelt. Sie prägten mit ihrer massenmedialen Verbreitung die um den Krieg geführten Diskurse sowie die Diskussionen um die umstrittene Wirkungsmacht seiner Visualisierung massgeblich mit. Über die Zeitspanne fast eines Jahrhunderts lässt sich damit auch die Entwicklung des Berufsfeldes der Fotojournalist_innen ablesen – insbesondere vor dem Hintergrund einer sich konstant verändernden Medienlandschaft, die sich im Zuge der Digitalisierung abermals grundlegend im Wandel befindet.

Details

Beginn:
29. Februar 2020
Ende:
30. August 2020
Website:
www.fotomuseum.ch

Veranstaltungsort

Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44
Winterthur, Zürich 8400 Schweiz
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Weitere Angaben

Veranstaltungsart
Ausstellung
Photographie