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FOTOGRAFIE. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980

4. April 2020 - 19. Juli 2020

Wolfgang Schulz (*1944), Selbstportrait, Riesweiler, 1978, Silbergelatine, 24 x 30 cm, Privatsammlung © Wolfgang Schulz

Das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“ und sein Herausgeber Wolfgang Schulz stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „FOTOGRAFIE. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980“. Im Kaisersaal des Museums für Fotografie wird anhand der Arbeiten von Wolfgang Schulz und anderer Fotograf*innen eine wichtige Zeit des Umbruchs in der Geschichte der westdeutschen Fotografie beleuchtet.

In den Jahren um 1980 erlangte die Fotografie einen neuen Stellenwert im Kunstbetrieb. Neue fotografische Herangehensweisen wurden erprobt, Museen begannen, sich für das Medium zu interessieren, erste Fotogalerien wurden gegründet, 1977 hatte die Fotografie auf der documenta ihren ersten großen Auftritt, und es wurden Zeitschriften gegründet. Ausgangspunkt der Ausstellung zu dieser spannenden Umbruchszeit ist das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“ (später „Fotografie: Kultur jetzt“), das zwischen 1977 und 1985 vierzigmal erschien und von Wolfgang Schulz herausgegeben wurde. Das Magazin entwickelte sich schnell zu einem viel beachteten, häufig umstrittenen überregionalen Szeneblatt: ein überaus lebendiges Forum für einen weitverzweigten Aufbruch, in dem Kunstkommerz noch keine prägende Rolle spielte. Wolfgang Schulz versuchte, sich festschreibenden Normen zu entziehen und verfolgte als Redakteur der Zeitschrift wie auch als Fotograf, der ein beachtliches Werk geschaffen hat, sehr unterschiedliche Stile und Sujets. Die Zeitschrift scheint heute beinahe vollständig vergessen. Doch die Leistungen des Herausgebers und der beitragenden Autor*innen und Fotograf*innen verdienen es, genauer betrachtet zu werden. Die von ihnen gefundene Mischung aus Bildern und Texten ist eine bedeutende Quelle zur Erkundung einer fotografischen Szene, die um 1980 mit Nachdruck an der Etablierung der Fotografie als einer eigenständigen Kunstform arbeitete.

Das Projekt ist ein erster Versuch, ein wichtiges Stück Fotogeschichte in Westdeutschland wiederzuentdecken. Die Ausstellung gliedert sich in vier Abschnitte: Sie würdigt das fotografische Werk von Wolfgang Schulz aus der Zeit um 1980, stellt Werke verschiedener Fotograf*innen vor, deren Arbeit prägend für die Jahre um 1980 wurde, präsentiert alle vierzig Ausgaben der Zeitschrift „Fotografie“ (die in ihrem Nebeneinander ein eindrucksvolles gestalterisches Panorama ergeben) und lässt in Video-Interviews Zeitzeugen im Sinne einer „Oral History“ zu Wort kommen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Reinhard Matz, Steffen Siegel und Bernd Stiegler in Zusammenarbeit mit Esther Ruelfs, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Für die Ausstellungsstation in Berlin wurde sie in Zusammenarbeit mit Ludger Derenthal, Kunstbibliothek, erweitert.

Details

Beginn:
4. April 2020
Ende:
19. Juli 2020
Veranstaltungskategorie:
Website:
https://www.smb.museum/ausstellungen/aktuell.html

Veranstaltungsort

Museum für Fotografie
Jebenstraße 2
Berlin, Berlin 10623 Deutschland
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Photographie