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BIEKE DEPOORTER. A Chance Encounter

30. April 2022 - 9. September 2022

Agata, Paris, Frankreich, 2. November, 2017

Zufällige Begegnungen sind die Ausgangspunkte für die beiden Arbeiten Agata und Michael, die Bieke Depoorter in ihrer Einzelausstellung A Chance Encounter präsentiert. Die persönliche Beziehung, die Depoorter zu den Menschen in ihren Fotografien über mehrere Jahre aufbaut, beeinflusst maßgeblich ihre künstlerische Praxis. Sie hinterfragt dadurch nicht nur das Medium Fotografie, sondern verwischt auch das klassische Verhältnis zwischen Fotograf*in und Subjekt. Zugleich reflektieren die Lebensgeschichten ihrer Protagonist*innen Themen wie Stigmatisierung, Tabubrüche und die Inklusion von Menschen, die oftmals gesellschaftlich übersehen werden. 

Mit ihrer Arbeit Michael untersucht Bieke Depoorter das Leben und das Verschwinden eines Mannes, den sie 2015 auf den Straßen von Portland traf. Er überließ ihr drei Koffer voller persönlicher Gegenstände, Skizzenbücher und Essays, wodurch sie einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt von Michael erhalten hat. Mit detektivischer Akribie sucht Depoorter immer wieder nach ihm und versucht, sein Leben zu verstehen. Sie dokumentiert nicht nur seine Existenz, sondern taucht in sein Leben ein, imitiert dabei immer mehr sein Denken und Handeln, das auf Außenstehende erratisch oder befremdlich wirkt. Doch wann verwandelt sich eine fotografische Spurensuche in eine Obsession? Und wieso akzeptieren wir heutzutage das Verschwinden von Menschen, die womöglich besonders schutzbedürftig sind? 

Agata zeigt nicht nur Depoorters Interesse, Menschen und ihre Lebensentscheidungen zu verstehen. Sie begibt sich dafür auch in herausfordernde Situationen, um die künstlerische Auseinandersetzung miteinander und den daraus resultierenden Erkenntnisgewinn sichtbar zu machen. Auf Agatas Wunsch liefert Depoorter nicht nur eine visuelle Plattform für Agata als Sexarbeiterin, sondern reflektiert gleichzeitig ihre eigenen Bedenken, dies zu tun und offenbart dabei ihr persönliches Engagement, Agata bei ihrem Selbstfindungsprozess zu unterstützen. Das Ergebnis ist eine spannungsgeladene Versuchsanordnung aus Repräsentation und Performance, aus Publikum, Protagonistin und Künstlerin, die in den Bann zieht und zutiefst berührt, aber auch verstört. Wer entscheidet darüber, was wann gezeigt werden darf, wenn aus einer künstlerischen Zusammenarbeit längst eine reale Freundschaft entstanden ist? 

Details

Beginn:
30. April 2022
Ende:
9. September 2022
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

C/O Berlin
Hardenbergstraße 22-24
Berlin, Berlin 10623 Deutschland
+ Google Karte
Website:
co-berlin.org
Photographie