Protestonaut-Kalender 2020

Astronaut zur Wiedervereinigung

Der Protestonaut vor dem Brandenburger Tor, bei einer Kanufahrt im Spreewald und aus einem Trabi winkend: In der sechsten Ausgabe des Fotokalenders mit dem Astronauten steht das Thema „30 Jahre Wiedervereinigung“ im Fokus. Zahlen, Daten und Fakten stammen aus Studien und Fachliteratur. Die Motive stammen von der Fotografin Sophia Hauk. Die Texte steuerte der Diplom-Politologe Alexander Hauk bei.

Ganz Deutschland feiert in diesem Jahr die Wiedervereinigung. Ganz Deutschland? Studien zeigen: Für überraschend viele Menschen – vor allem in Ostdeutschland – ist die sogenannte Wiedervereinigung kein Grund zum Feiern. Doch warum ist das so? Die Macher des Fotokalenders sind dieser Frage an verschiedenen Orten nachgegangen und zeigen auf 12 Monatsmotiven was sich seitdem getan hat, was gut gelaufen ist und was besser gemacht hätte werden können. Themen der Monatsmotive sind unter anderem Freiheit (Februar), Rückgang der Geburtenrate (März), Vermögenstransfer von Ost nach West (April), das Grüne Band (Mai) und Heimatflucht (September).

„An die Wendezeit knüpfen die Menschen in Ost- und West unterschiedliche Erinnerungen“, sagt Sophia Hauk. „Während die Bundesbürger im Westen ein paar Tage lang staunend vor dem Fernsehen saßen und dann zum Alltag übergegangen sind, waren die Menschen in Ostdeutschland mit massiven Umbrüchen konfrontiert“, so die international tätige Werbefotografin. Rund ein halbes Jahr haben die Macher an dem 17-seitigen Kalender (ISBN: 978-3-947423-14-9) im DIN-A3-Format gearbeitet, der im Verlag Hans Högel erschienen und für 18 Euro erhältlich ist.

Der Protestonaut ist ein journalistisches Kunstprojekt, das mit Fotos und kurzen Texten die Aufmerksamkeit auf wichtige gesellschaftliche Herausforderungen lenkt. Der Kalender ist ein Impulsreferat in gedruckter Form, das zur Diskussion mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen einladen will. Das Besondere: Auf allen Monatsmotiven taucht ein Astronaut auf, den die Kalendermacher Protestonaut (von lat.: protestari – öffentlich bezeugen und griech.: -nautēs – Matrose) getauft haben.

Die Idee hinter dem Kalender erklärt Sophia Hauk so: „Im All haben Astronauten einen außergewöhnlichen Blick auf die Erde und schweben über Problemen des blauen Planeten. Im Kostüm könnte jeder stecken.“ Normalerweise arbeitet Hauk international für bekannte Unternehmen und Agenturen. Auch viele Prominente standen schon vor ihrer Kamera.

In den vergangenen Jahren waren die Kalendermotive bei zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Auch mehrere Bücher sind bereits aus dem Projekt hervorgegangen. Seit der ersten Ausgabe 2014 haben Menschen in vielen Ländern auf unterschiedliche Weise das Projekt unterstützt. Die bisherigen Recherchereisen führten durch Deutschland, nach Österreich, in die Schweiz und bis nach Griechenland. Die bisher weiteste Bestellung erreichte den Protestonaut aus Australien.

Zum Projekt: www.protestonaut.de
Zur Fotografin: www.sophialukasch.com