Sony FE 5,6-8/100-400 mm OSS

Viel Brennweite für wenig Geld

Sony erweitert sein E-Mount-Portfolio um ein vergleichsweise leichtes Supertelezoom: Das FE 100-400 mm F5.6-8 OSS deckt an Vollformatkameras einen Brennweitenbereich von 100 bis 400 mm ab und richtet sich insbesondere an Fotografen, die in die Super-Telefotografie einsteigen möchten. Mit einem Gewicht von rund 654 Gramm bleibt das Zoom trotz seiner großen Reichweite vergleichsweise handlich und soll sich damit auch für längere Einsätze aus freier Hand eignen. Der Preis liegt bei 899 Euro.

Mit 100 bis 400 mm steht ein großer Telebereich zur Verfügung, der sich vor allem für Motive eignet, bei denen der Fotograf auf Abstand bleiben muss. Vögel, Sportveranstaltungen, Züge oder Flugzeuge lassen sich damit formatfüllend aufnehmen. Gleichzeitig eröffnet der lange Brennweitenbereich gestalterische Möglichkeiten bei Landschaftsaufnahmen: Der typische Kompressionseffekt von Teleobjektiven lässt Vorder- und Hintergrund optisch näher zusammenrücken und kann damit für eine verdichtete Bildwirkung sorgen.

Für noch mehr Reichweite lässt sich das Objektiv mit einem optionalen Telekonverter kombinieren. Damit sind Brennweiten von bis zu 800 mm möglich. Wird die Kamera im APS-C-Modus betrieben, reicht die erzielbare Brennweite sogar bis 1.200 mm. Das erweitert den Einsatzbereich insbesondere für Tier- und Sportfotografie erheblich, geht allerdings mit der entsprechenden Verringerung des Bildwinkels und – je nach Konverter – einer zusätzlichen Einschränkung der Lichtstärke einher.

Optik auf kompakte Bauweise ausgelegt

Für die optische Konstruktion setzt Sony auf zwei ED-Glaselemente (Extra-low Dispersion) und zwei asphärische Elemente. Die ED-Gläser sollen chromatische Aberrationen reduzieren, während die asphärischen Linsen dazu beitragen, weitere Abbildungsfehler zu minimieren. Ziel ist eine hohe Detailzeichnung und Klarheit über den gesamten Brennweitenbereich.

Die neun Lamellen der zirkularen Blende und eine gezielte Optimierung der sphärischen Aberration sollen darüber hinaus für ein weiches und natürlich wirkendes Bokeh sorgen. Gerade bei längeren Brennweiten lässt sich das Motiv dadurch wirkungsvoll vom Hintergrund lösen.

Bemerkenswert ist auch die Nahbereichstauglichkeit des Supertelezooms. Die Naheinstellgrenze beträgt bei 100 mm 1,13 Meter und reduziert sich bei 400 mm auf 0,86 Meter. Der maximale Abbildungsmaßstab liegt bei 0,41-fach. Damit ist das Objektiv nicht ausschließlich für weit entfernte Motive ausgelegt, sondern eignet sich beispielsweise auch für Blumen, Insekten oder andere kleinere Motive in relativ kurzer Distanz.

Schneller Autofokus und Bildstabilisierung

Beim Autofokus setzt Sony auf einen Linearmotor, der schnell, präzise und leise arbeiten soll. Damit ist das Objektiv auch für bewegte Motive ausgelegt. In Verbindung mit der Vollformatkamera α9 III unterstützt das FE 100-400 mm F5.6-8 OSS Serienaufnahmen mit AF-/AE-Nachführung von bis zu rund 120 Bildern pro Sekunde. Damit lässt sich auch bei schnellen Bewegungsabläufen eine hohe Trefferquote erzielen – vorausgesetzt, Kamera und Motiv geben das Tempo entsprechend her.

Die integrierte optische Bildstabilisierung soll Verwacklungen bei Freihandaufnahmen reduzieren und insbesondere bei 400 mm eine ruhigere Bildkomposition ermöglichen. Das Objektiv unterstützt darüber hinaus den Active Mode kompatibler Sony-Kameras. Dabei werden die Stabilisierungssysteme von Kamera und Objektiv aufeinander abgestimmt, was sowohl bei Foto- als auch bei Videoaufnahmen für ein ruhigeres Bild sorgen soll.

Für Videofilmer interessant ist außerdem die Unterstützung der Breathing Compensation kompatibler Kameras. Die Funktion gleicht Veränderungen des Bildausschnitts aus, die beim Fokussieren durch eine Veränderung des Bildwinkels entstehen können. Damit soll sich das Objektiv auch für Videoaufnahmen besser eignen, bei denen Fokusverlagerungen möglichst unauffällig bleiben sollen.

Wetterfest, aber nicht allzu lichtstark

Bei der Ausstattung setzt Sony auf mehrere Bedienelemente, die den Einsatz im Gelände erleichtern sollen. Dazu gehören eine individuell belegbare Fokus-Haltetaste, ein Schalter für Fokusmodus und Fokusbereich sowie eine Zoom-Arretierung. Letztere verhindert, dass sich der Tubus beim Transport unbeabsichtigt ausfährt.

Das Gehäuse ist zudem staub- und feuchtigkeitsresistent ausgelegt und soll damit auch bei wechselnden Wetterbedingungen einen sicheren Einsatz ermöglichen. Eine mitgelieferte Gegenlichtblende reduziert den direkten Einfall von Streulicht und soll gleichzeitig Geisterbilder verhindern.

Mit seiner Kombination aus 100 bis 400 mm Brennweite, geringem Gewicht, optischer Stabilisierung und vergleichsweise kompakter Bauweise positioniert Sony das FE 100-400 mm F5.6-8 OSS vor allem als mobilen Einstieg in die Super-Telefotografie. Die Kehrseite der kompakten Konstruktion ist allerdings die relativ geringe Lichtstärke von F5.6 bis F8. Gerade am langen Ende sind damit für kurze Verschlusszeiten entsprechend hohe ISO-Werte oder gutes Licht gefragt.

Das Sony FE 100-400 mm F5.6-8 OSS ist ab August 2026 erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 899 Euro.