Das Leica unter den Smartphones
Seit mehr als hundert Jahren steht Leica für eine besondere Art des Sehens. Im Zentrum dabei: Genauigkeit, Klarheit und die Achtung vor dem entscheidenden Moment. Mit dem Wandel der Fotografie hat sich auch der Anspruch weiterentwickelt: Mobile Anwendungen sind längst integraler Bestandteil des visuellen Alltags. Genau hier setzt das Leitzphone an und verbindet klassische fotografische Werte mit zeitgemäßer Technologie, so die Leica Camera AG.
Seit rund vier Jahren kooperieren die Hessen eng mit dem chinesischen Elektronik-Giganten Xiaomi und stattet dessen Handy-Spitzenmodelle mit Kameratechnik aus. Nun folgt erstmals ein “eigenes” Leica-Smartphone für den internationalen Vertrieb – einschließlich des deutschen Marktes. Dem Leitzphone dient das Xiaomi 17 Ultra als technische Grundlage, Design und Benutzeroberfläche wurden jedoch an die Leica-typische Formensprache angepasst.

Dreifach-Kameramodule
Das Leitzphone ist mit einem Dreifach-Kamerasystem ausgestattet, das zusammengenommen dem Konzept eines Vario-Apo-Summilux 1,67–2,9/14–100 Asph. entspricht. Die zentrale Kamera nutzt einen großen 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln Auflösung. Sie deckt eine kleinbildäquivalente Brennweite von 23 Millimetern ab, bietet eine Lichtstärke von F1,67 und verfügt über eine optische Bildstabilisierung. Dazu kommt eine Ultraweitwinkelkamera mit 14 mm entsprechend Kleinbild. Dahinter kommt ein 50-Megapixel-Sensor im 1/2,75-Zoll-Format zum Einsatz, kombiniert mit einer Lichtstärke von F2,2, aber ohne optischen Stabilisator.
Für größere Distanzen steht ein komplexes Periskop-Telezoom bereit, das einen Brennweitenbereich von 75 bis 100 mm (äquivalent zu Kleinbild) abdeckt. Die Lichtstärke liegt zwischen F2,39 und F2,96 – flankiert von einer optischen Bildstabilisierung. Der 1/1,4-Zoll-Sensor löst mit 200 Megapixeln extrem hoch auf. Standardmäßig werden die Aufnahmen auf 12,5 Megapixel heruntergerechnet, was ein verlustfreies vierfaches Digitalzoom innerhalb des Telebereichs ermöglicht.
Matthias Harsch, Vorstandsvorsitzender der Leica Camera AG, betont: Das Leitzphone verdeutliche, wie das Unternehmen die heutige Entwicklung der Fotografie interpretiere. Designverständnis, Expertise in der Bildverarbeitung und eine klar definierte fotografische Haltung würden in ein Produkt überführt, das den Alltag begleitet und zugleich die langjährige Leidenschaft für Fotografie widerspiegelt.

Fototechnologie mit Leica-Anspruch und -Look
Die Hauptkamera nutzt einen 1-Zoll-Sensor mit LOFIC-Technologie, wodurch ein erweiterter Dynamikumfang erzielt wird. Ergänzend kommt eine Periskop-Teleeinheit mit 200 Megapixeln zum Einsatz. Ihre kompakte Bauweise, inspiriert von klassischen Zoomobjektiven, ermöglicht optische Brennweiten zwischen 75 und 100 Millimetern, unterstützt von Autofokus und optischer Bildstabilisierung.

Während Leica seine Kompetenz in Optik, Farbcharakteristik und Bildästhetik einbringt, sorgt Xiaomi für die leistungsfähige mobile Plattform im Hintergrund. Die Kombination aus Rechenleistung und abgestimmter Bildverarbeitung führt zu natürlichen Farben, differenzierten Tonwerten und konsistenter visueller Wirkung.
Im Inneren des Smartphones arbeitet der aktuelle Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen5, unterstützt von 16 GB RAM und einem internen Speicher von 1 TB. Für die Energieversorgung sorgt ein 6.000-mAh-Akku, der kabelgebunden mit bis zu 90 Watt und kabellos mit maximal 50 Watt aufgeladen werden kann.
Reduziertes, edles Design
Gestalterisch folgt das Leitzphone dem Prinzip der Konzentration auf das Wesentliche. Eine schwarze Glasfaser-Rückseite trifft auf einen präzise gearbeiteten Metallrahmen und verleiht dem Gerät eine zurückhaltende, zugleich markante Präsenz. Der rote Punkt steht symbolisch für Herkunft und Qualitätsversprechen.

Der gut bedienbare mechanische Kameraring ermöglicht eine direkte, haptische Steuerung zentraler Parameter. Zoom, Belichtungskorrektur, ISO-Wert und Verschlusszeit lassen sich ebenso intuitiv anpassen wie Brennweiten oder spezifische Leica-Looks. Die Bedienlogik orientiert sich bewusst an klassischen Kameras und fördert eine bewusste Bildgestaltung.
Benutzeroberfläche mit fotografischem Fokus
Auch softwareseitig steht die Fotografie im Mittelpunkt. Startbildschirm, Widgets und Kamera-App folgen einer klar strukturierten Gestaltung, die Ablenkungen reduziert. Insgesamt stehen 13 Leica Looks sowie fünf Bokeh-Varianten zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch fotoorientierte Widgets und den Leica Essential Mode. Dieser interpretiert typische Leica Bildcharaktere digital neu – darunter ein an die Leica M9 angelehnter Farblook sowie ein monochromes Profil, inspiriert vom Leica Monopan-Film.

Transparenz und Bildintegrität
Im Sinne von Authentizität unterstützt das Leitzphone die Content Authenticity Initiative. Ein integrierter Sicherheitschip versieht Originalaufnahmen mit kryptografisch gesicherten Metadaten und ermöglicht so Herkunftsnachweise nach dem C2PA-Standard. Anhand der digitalen Signatur kann jederzeit überprüft werden, ob eine Aufnahme im Nachhinein verändert wurde oder im Originalzustand vorliegt. Besonders für Journalisten schafft das angesichts zunehmend realistischer KI-generierter Fälschungen eine verlässliche Basis, um die Authentizität des Bildmaterials nachvollziehbar zu belegen und Vertrauen zu sichern.

Verfügbarkeit und Preis
Das Leitzphone powered by Xiaomi ist in ausgewählten Märkten über die Leica Website, Leica Stores sowie autorisierte Xiaomi-Vertriebskanäle erhältlich. In Deutschland und Österreich wird es zusätzlich über Telekom Deutschland beziehungsweise Magenta Telekom in Kombination mit Vertragsangeboten angeboten. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 1.999 Euro und ist damit 300 Euro teurer als das entsprechend konfigurierte Xiaomi Ultra 17.
Viel Geld, aber zum Vergleich: Ein aktuelles Apple iPhone 17 Pro Max mit ebenfalls 1 TB Speicher kostet im Apple-Store aktuell 1.949 Euro. Und Leica/Xiaomi liefern sogar pfiffiges Zubehör gleich mit, siehe Bild unten.
Unser erstes Fazit
In Sachen Bildqualität und fotografischer Ausstattung spielt das Leica Leitzphone locker in der Champions-League der Smartphones für anspruchsvolle Fotografen mit und kann bei vielen Motiven die klassische Kamera tatsächlich ersetzen. Für uns zählt die Neuheit jedenfalls zum Besten, was wir in diesem Segment je getestet haben. Vor allem die ausgesprochen guten Lowlight-Fähigkeiten, der große Sensor des Hauptmoduls, der zuverlässige AF und die solide Bildstabilisation haben uns beim ersten Praxistest begeistert.
In PHOTOGRAPHIE-Ausgabe 5-6/2025 folgt ein mehrseitiger Praxistest des Leica Leitzphone.

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