Insta360 Ace Pro 2

Knuffiger Kompagnon

Kleiner (aber wesentlich dicker) als eine Kreditkarte zeigt die Actioncam Insta360 Ace Pro 2, wie kompakte und robuste Technik auch für fotografische Anwendungen spannend sein kann. Mit ihrem 1/1,3-Zoll-Sensor und bis zu 50 Megapixeln Fotoauflösung eröffnet die knuffige Kamera Möglichkeiten, die sie zum idealen Dauerbegleiter einer Systemkamera-Ausrüstung machen.

Tipp für Fotografen: Das ultimative Videografie-Bundle (ca. 840 Euro – immer wieder auch Rabatt-Aktionen) bringt den Xplorer Pro-Griff sowie verschiedene Vorsatzlinsen und Filter. Der robuste Griff macht die winzige Kamera besser bedienbar und lädt zudem den kamerainternen Akku auf.

Trotz ihrer kompakten Maße steckt in der Ace Pro 2 ein rückwärtig belichteter CMOS-Sensor, der Standbilder mit 8.192 × 6.144 Pixeln erzeugt. Die Größe des Sensors liegt bei 1/1,3“ (9 x 7 mm). Die Unterstützung von RAW/DNG neben JPEG ist ein entscheidender Punkt für ambitionierte Fotografen: Belichtung, Weißabgleich und Dynamik lassen sich in der Nachbearbeitung deutlich effizienter optimieren als bei reinen JPEGs.

Superweitwinkel von Leica

Das fest verbaute Leica Super-Summarit 2,6/13 mm Asph. liefert mit 157° Bildwinkel eine ausgeprägte Weitwinkelperspektive. Die optische Konstruktion ist auf hohe Randauflösung ausgelegt, wodurch Verzerrungen zwar konstruktionsbedingt sichtbar bleiben, aber softwareseitig korrigiert werden können. Gerade bei Architektur- oder Landschaftsaufnahmen profitieren Fotografen von der für eine Actioncam recht großen Bildfläche, die sich später für präzise Ausschnitte, 16:9-Crops oder Panoramen nutzen lässt.

Technisch interessant ist der mögliche Dynamikumfang: Durch Mehrfachbelichtungs-HDR lassen sich kontrastreiche Szenen (etwa Gegenlicht am Strand oder bei Schnee) ausgewogener abbilden. Der ISO-Bereich reicht von ISO 100 bis 6.400. Während niedrige ISO-Werte detailreiche, saubere Dateien liefern, greift bei höheren Empfindlichkeiten eine KI-gestützte Rauschreduzierung ein. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte dennoch das DNG-Format nutzen.

Jede Menge Modi und Effekte

Neben dem klassischen Fotomodus bringt die Ace Pro 2 verschiedene Modi mit: HDR-Fotos für hohen Kontrastumfang, Serienaufnahmen für Action, Intervall- und Zeitraffer-Fotografie, den pfiffigen Starlapse-Modus für Nacht- und Langzeitaufnahmen und manuelle Einstellmöglichkeiten für ISO, Verschlusszeit und Weißabgleich.

Gerade die Möglichkeit, Verschlusszeiten manuell zwischen 1/8.000 und 120 Sekunden zu wählen, erweitert den Spielraum für die Actionfotografie, aber auch für gezielte Bewegungsunschärfe oder Lichtspuren. Unterstützt wird dies durch die digitale „FlowState“-Stabilisierung, die zwar keinen Sensor-Stabilisator ersetzt, aber bei nicht allzu langen Zeiten für viele unverwackelte Ergebnisse aus der freien Hand sorgt.

Hier spielt das 13 mm-Superweitwinkel seine Stärken aus und umfasst quasi den kompletten Innenraum der Kirche.

Das komplett nach oben klappbare 2,5-Zoll-Touchdisplay ist die einzige Steuerungszentrale, einen Menü-Button oder Joystick gibt es an dem winzigen Gehäuse nicht. Die Monitor-Steuerung erfordert etwas Einarbeitung, zudem ist der Druckpunkt des Auslösers nicht definiert. Hier schafft der optionale Xplorer Pro-Griff Abhilfe: Er bietet zusätzliche Steuerungselemente wie ein Einstellrad und einen etwas besser definierten Auslöser und hat zudem einen eigenen Akku.

In der Kamera (oder noch umfangreicher später in der App) lassen sich diverse Bildstile auf die JPEGs der Ace Pro 2 applizieren.

Nette Hosentaschen-Ergänzung

Die Insta360 Ace Pro 2 zeigt, dass moderne Actioncams auch für Fotografen interessant sein können. Mit 50-Megapixel-Sensor, RAW-Unterstützung, HDR-Funktion und manuellen Einstellmöglichkeiten bietet sie deutlich mehr Kontrolle als viele Geräte dieser Klasse. Natürlich ist der ultrarobuste Hosentaschen-Zwerg kein Ersatz für eine Systemkamera. Das liegt vor allem an der obligatorischen Ultrawide-Charakteristik, die sich bei weitem nicht für alle Szenen eignet.

Zudem stößt der Sensor in Low-Light-Situationen an seine Grenzen. Auch der Autofokus ist auf schnelle Reaktion optimiert – nicht auf feinfühliges Scharfstellen wie bei größeren Kameras. Wer indes ihre ultrabreite Optik und die hohe Schärfentiefe als Werkzeug versteht und die physikalischen Grenzen des kleineren Sensors berücksichtigt, erhält einen kompakten Kompagnon mit eigenständigem fotografischen Charakter.    

Mit dem Xplorer Pro-Griff gibt es ein Einstellrad und einen besser definierten Druckpunkt für den Auslöser.