Lange haben wir auf Tokinas aktuelles Weitwinkelobjektiv gewartet, doch offenbar gilt nach wie vor: Gut Ding will Weile haben. Denn das Profi-Zoom 2,8/16-28 mm bietet eine exzellente Qualität.
Am besten ist, wenn man das Objektiv einfach vergisst. Man merkt schlicht nicht mehr, dass man eine Testlinse in der Fototasche mit sich herumträgt. Ein Gruppenfoto auf der Hochzeit, ein alter Turm im Eisenbahnmuseum, eine Reportage beim Gastronomie-Fest: Schon nach kurzer Zeit führt der Griff selbstverständlich zu Tokinas 2,8/16-28 mm. Denn - so trivial es klingen mag - es tut, was man im professionellen Einsatz erwartet: Es garantiert technisch weitgehend einwandfreie Bilder. In Kombination mit einer Vollformat-DSLR erzielt man sehr gute Resultate. Kritikpunkte? Nur noch was für Messingenieure: eine leichte Vignettierung bei kürzester Brennweite. Ausserdem hakt in wenigen Ausnahmefällen der Autofokus in Kombination mit unserer Nikon D3S; bei den meisten der vielen Dutzend Testaufnahmen ist die Schärfe jedoch exakt. Der Gleichstrommotor bewegt die Linsen schnell und leise in die richtige Position. Kapituliert die Technik, kann der Fotograf per Fokus-Klatsche blitzschnell auf Handarbeit umstellen - ein ebenso praktisches wie seltenes Ausstattungsmerkmal. Solche Schiebe-Aktionen verlaufen problemlos, durchweg hochwertiger Verarbeitung sei Dank. Das 950 g schwere Objektiv muss in puncto Solidität keinen Vergleich mit den professionellen Linsen der Kamerahersteller scheuen. Auch bei der Abbildungsleistung liegt es mit einem Nikon 2,8/14-24 mm oder einem Canon 2,8/16-35 mm gleichauf. Egal ob offene oder geschlossene Blende, egal ob 16 mm oder 28 mm: Das Tokina gibt sich keine Blösse, die Aufnahmen werden scharf und zeigen praktisch keine Verzeichnung. Ganz so leicht wird man dieses Weitwinkelobjektiv zum Glück doch nicht vergessen.
Fazit
Mit dem 2,8/16-28 mm könnte Tokina im Canon- wie im Nikon-Lager für Begeisterung sorgen - wenn man es denn im Handel findet. Es ist als Weitwinkel für Vollformat-Nutzer ebenso attraktiv wie als Reportage-Zoom für APS-C-Fotografen (Bildausschnitt etwa 24-42 mm). Filter lassen sich aufgrund der gewölbten Frontlinse allerdings nicht einsetzen. Die Preisempfehlung liegt bei 979 Euro - ein reelles Angebot.
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