Unter dem Titel The History of Now findet f/stop, das internationale Festival für Fotografie, vom 23.
Juni bis 1. Juli 2012 zum fünften Mal in Leipzig statt.
Ob Titos vergessenes fotografisches Archiv, die mediale Rezeption anlässlich Osama Bin Ladens Tod, die spannungsreichen Proteste während des arabischen Frühlings in Ägypten, die opulenten Inszenierungen der Independence Days asiatischer und afrikanischer Staaten oder das konstatierte Trauma in postsozialistischen Ländern - Politik macht immer Bilder, Bilder machen immer Politik. f/stop lotet anhand von vier Ausstellungen die mediale Macht der Bilder sowie die dokumentarischen Strategien in der zeitgenössischen Kunstpraxis aus.
Beim umfangreichen Begleitprogramm des diesjährigen Festivals für Fotografie vertiefen zudem Fotografen, Künstler, Wissenschaftler und Experten den Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Medien und Disziplinen der Bildproduktion sowie deren heutige Präsentationsformen.
Die Fotografie wurde in ihrer Geschichte schon vielfach zu Grabe getragen. Zu Unrecht, denn das Medium erweist sich heute als vitaler und facettenreicher als je zuvor! Vor allem die rasante technologische Entwicklung der letzten 20 Jahre hat dem Umgang mit fotografischen Bildern zu einer neuen Konjunktur verholfen - sowohl in der Produktion und Verbreitung als auch in der Rezeption. Alle gegebenen Zweifel an der Authentizität und Wahrhaftigkeit der Bilder scheinen ihrer Wirkungsmacht dabei keinen Abbruch zu leisten. Vielmehr lösen Prozesse wie die Gleichzeitigkeit von Bildentstehung und öffentlicher Wahrnehmung das Gegenteil aus. Dieser enorme Faszination, die von der Fotografie ausgeht, liegt in ihrem besonderen Verhältnis zur Welt begründet - in der mit ihr verbundenen Zeugenschaft von Gegenwärtigem und Vergangenem.
So liegt der Fokus von f/stop in diesem Jahr auf dem Begriff des Dokumentarischen und auf der Problematik der fotografischen Berichterstattung - mit all ihren Versprechen und Enttäuschungen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verhältnis von künstlerischer Fotografie und medialen Bildern? Wie kann man auf aktuelle Ereignisse reagieren? Welche Auswirkung hat die Allgegenwart fotografischer Bilder auf unsere Wahrnehmung? Und wie gehen Künstler damit um?
Neben vier Ausstellungen mit jungen und renommierten Fotografen präsentiert f/stop in Talks, Lectures, Workshops, Filmen und Führungen die aktuellen Möglichkeiten und Bedingungen visueller Beschreibungen von Realität.
An f/stop nehmen unter anderem folgende Künstler teil: Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Andree Korpys & Markus Löffler, Ulrich Gebert, Maryam Jafri, Willem Popelier, Özlem Sulak, Ivor Prickett, Mona Vatamanu & Florin Tudor, Leon Kahane, Armin Linke & Fabian Bechtle, Sven Johne, Véronique Besnard, Eric Giraudet de Boudemange, Samuel Gratacap, Seba Kurtis, Christopher Stewart, Henk Wildschut, Olivier Jobard und Jan Lemitz.
Zeitraum
23. Juni bis 1. Juli 2012
Eröffnung Freitag, den 22. Juni 2012, um 19 Uhr
Ausstellungsort
Ort Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig